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Bildung | 09.03.2010

Markt der Möglichkeiten fürs Studium

 

Architektur studieren in Wismar, Theaterwissenschaft in Mainz oder Jura in Amsterdam? Die 10. "Einstieg Abi Messe" in Köln bot Schülern einen Überblick - und präsentierte sich internationaler denn je.

 

In Halle 7 der Koelnmesse herrscht Hochbetrieb. Tausende von Schülern schieben sich an den Info-Ständen von Universitäten und Unternehmen vorbei, stellen Fragen und lassen sich beraten. Mittendrin: Finja Bender. Die 17-jährige Gymnasiastin ist eigens aus Trier gekommen, um auf der 10. "Einstieg Abi Messe" nach einer geeigneten Hochschule zu suchen. Eine Messe, die Schulabgängern mit Hochschulreife eine Berufsorientierung geben will. Mehr als 350 Aussteller aus zehn Ländern präsentieren hier ihre Studien- und Ausbildungsangebote. Finja weiß schon jetzt, was sie studieren will: Sonderschulpädagogik für Gehörlose. Trotzdem hat sie jede Menge Fragen. "Mich interessiert zum Beispiel, ob dieses Studium auch im Ausland möglich ist", sagt sie und verschwindet mit einem Stapel Prospekte unterm Arm in Richtung International Corner.

 

Neuseeland oder Niederlande?

 

Schüler stehen im Gespräch vor einem Messestand
Bild: Anne AllmelingBildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:  Besonders gefragt: Die persönliche Beratung auf der Abi-Messe

Neben den deutschen Universitäten präsentieren sich über 50 ausländische Hochschulen auf der Abiturienten-Messe – deutlich mehr als in den Vorjahren. Besonders gut vertreten: die niederländischen Universitäten. Um sich auf dem internationalen Bildungsmarkt zu positionieren, werben sie gezielt um Studenten aus dem Nachbarland. "Die Deutschen fühlen sich in den Niederlanden sehr wohl", hat Mariette Diderich vom Amsterdam University College beobachtet. Kein Wunder: Das Land hat nicht nur für Urlauber, sondern auch für Studenten einiges zu bieten. Stefan Brandt aus Iserlohn zum Beispiel hat das Studienfach "International Food Business" für sich entdeckt: "Da gibt es dann zwei Bachelor-Abschlüsse, einen in Wirtschaft, einen in Management, und alles komplett auf Englisch", sagt der Abiturient. "Nicht schlecht, finde ich."

 

Studenten aus Deutschland sind aber nicht nur in den Niederlanden gefragt. Auch Neuseeland wirbt um Studenten aus dem Ausland. Anja Werner ist im neuseeländischen Generalkonsulat für das Thema Bildung zuständig und weiß, warum: "Das Interesse Neuseelands an internationalen Studenten ist sehr groß, weil Neuseeland – mal ganz platt gesagt – so weit ab vom Schuss ist", sagt sie und lacht. "Und deutsche Studenten sind bei Neuseeländern sehr beliebt, weil sie ein sehr gutes Englisch-Level haben. Das heißt, sie fügen sich schnell in die Universitäten ein." Neuseeland wiederum biete neben der beeindruckenden Landschaft und einer angenehmen Atmosphäre ausgezeichnete Bildungsmöglichkeiten und weltweit anerkannte Studienabschlüsse. Einziger Haken: Deutsche Studenten müssen mit umgerechnet 4500 Euro Studiengebühren rechnen – pro Jahr.

 

Trend zur Internationalisierung

 

Vor dem Stand der Univerität Köln
Bild: Anne AllmelingBildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:  Gut informiert: Mitarbeiter der Universitäten helfen bei der Orientierung

Der Trend zur Internationalisierung macht sich aber auch bei den deutschen Universitäten bemerkbar. Die mehr als 175 staatlichen und privaten deutschen Hochschulen, die auf der Messe vertreten sind, wollen künftig vermehrt Studenten aus dem Ausland anziehen. Einige von ihnen knüpfen mittlerweile gezielt Kontakte zu Deutschen Schulen im Ausland. "Dahinter steckt die Idee, dass man diejenigen Schüler zum Studium nach Deutschland holen möchte, deren Sprachniveau hoch ist, die mit der deutschen Kultur vertraut sind, und die sich leicht eingliedern", erklärt Franz Rudolf Menne von der Zentralen Studienberatung der Universität zu Köln. "Man hofft, dass sie vielleicht hier bleiben und sich auch in den Arbeitsmarkt eingliedern – oder aber, dass sie als Förderer für deutsche Kultur und deutsche Wirtschaft wieder in ihre Heimat zurückgehen." Deshalb beraten Trainer der "Einstieg GmbH" nicht nur auf der Messe, sondern auch gezielt mit Berufsorientierungsworkshops an den deutschen Schulen im Ausland.

 

Der Umzug vom einen Land ins andere funktioniert allerdings nicht immer völlig reibungslos, denn oft unterscheiden sich die Ausbildungen und Studiengänge in den verschiedenen Ländern erheblich voneinander. Finja Bender hat das schon herausgefunden. "In Deutschland kann man sich auf Sonderpädagogik für Gehörlose spezialisieren", erklärt die Gymnasiastin nach ihrer Messe-Erkundungstour. "In den Niederlanden kann man aber nur auf Grundschullehramt studieren und muss dann einen Kurs belegen, damit man auch in der Sonderschule unterrichten kann." Wo sie in gut einem Jahr studieren wird, weiß Finja Bender auch nach ihrem Messe-Besuch noch nicht genau. Aber sie weiß, was sie erwartet.

 

 

Die nächsten EINSTIEG Abi Messen für Abiturienten:

EINSTIEG Abi Messe in Karlsruhe, 07. + 08.05.2010

EINSTIEG Abi Messe in Frankfurt, 11. + 12.05.2010

 

 

Autorin: Anne Allmeling

Redaktion: Gaby Reucher

 

 
 

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